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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden, die zur Pfarrei Hl. Franz Xaver in Lauterecken gehören.

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Freitag, 26. August 2022

Der Caritasverband für die Diözese Speyer zeichnet die inklusive Jugendfreizeit der Pfarrei Hl. Franz Xaver Lauterecken mit dem Nardini-Preis 2022 aus

Den Jüngsten der Gesellschaft ein gemeinschaftliches Erlebnis zu bieten, hat sich die heutige Pfarrei Hl. Xaver Lauterecken auf die Fahne geschrieben. Schon über 25 Jahre bietet sie Ferienfreizeiten an, seit 18 Jahren sind sie inklusiv und stehen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Beeinträchtigung offen. Organisation und Durchführung übernimmt eine Gruppe Ehrenamtlicher. Ihr Engagement wurde nun mit dem Nardini-Preis 2022 gewürdigt, den der Caritasverband für die Diözese Speyer jährlich auslobt. Er wird in Form einer Urkunde verliehen und ist mit 1000 Euro dotiert.

„Die Freizeiten, die immer in den Sommerferien sowie in den Oster- oder Herbstferien stattfinden, bieten den Kindern Abwechslung, stärken ihre soziale Kompetenz und geben ihnen die Chance, Freundschaften zu schließen. Da es ein inklusives Angebot ist, ermöglicht es beeinträchtigen Kindern die Teilhabe und bezieht sie in die Gemeinschaft ein, in der sich alle auf Augenhöhe begegnen“, sagt Inge Lütz.
Sie ist der Motor der Unternehmungen. In ihrem Zuhause in Oberweiler-Tiefenbach laufen alle Fäden zusammen. Von der Idee, über die Planung, Organisation und Umsetzung. Dafür bringt die 63-Jährige beste Voraussetzungen mit. „Ich habe das Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern besucht, danach Erzieherin gelernt und schließlich in Mainz und Trier Sport und katholische Religion studiert“. Sie wird Grundschullehrerin in Lauterecken. Durch diverse Weiterbildungen, zum Beispiel in Heil- und Montessori-Pädagogik, Sprachtherapie und Sporttherapie qualifiziert sie sich im Bereich der Sonderpädagogik weiter und übernimmt fürs Land 11 Jahre lang die sonderpädagogische Zusatzausbildung für Pädagogen im Schuldienst. Mittlerweile arbeitet sie als Lehrerin an einer inklusiven Schule, ist Fortbildnerin und Schulberaterin für inklusive Schulen und als Schulseelsorgerin in der Westpfalz oft gefragt. Diese vielfältigen Erfahrungen kommen jetzt dem inklusiven Projekt zu Gute.
Die Ferienfreizeiten sind uns wichtig, auch wenn die Organisation nicht einfach ist. Denn je nachdem, wie viele beeinträchtige Kinder teilnehmen, welcher Art ihre Behinderung ist, müssen entsprechende Maßnahmen getroffen und die Umstände angepasst werden.“ Das ist nicht immer einfach. „Wenn ein Kind viel Equipment braucht, reichen unsere beiden Busse oft nicht aus. Dann müssen wir schon mal den eigenen Wagen hinzuziehen.“ Aber das tut die gebürtige Weilerbach gern, denn die Unternehmungen für die Kinder, die übrigens allen Konfessionen offenstehen, sind ihr ein Herzensanliegen. Sie richten sich auch an Kinder aus Familien, in denen das Geld knapp ist. „Sie haben sonst nicht die Möglichkeit, an Aktivitäten teilzunehmen und laufen Gefahr ausgegrenzt zu werden.“
Alle genießen die Freizeiten, die in den Sommerferien oft auf die niederländische Insel Ameland führen. „Dort wohnen wir in einem Selbstversorgerhaus, kochen zusammen, singen, spielen, buddeln am Strand, schwimmen im Meer, unternehmen Spaziergänge, Ausflüge und Fahrradtouren, wobei ich versuche, für beeinträchtige Kinder spezielle Räder zu organisieren.“
Religiöse Themen ziehen sich als roter Faden durch die Freizeit. Auch darauf legt das Projektteam Wert.
Auch während der harten Corona-Zeit mussten die Freizeiten nicht ausfallen. „Da waren wir in einem Zeltcamp in Grömitz und haben das Leben fast ausschließlich im Freien geführt.“ Aus den inklusiven Ferienzeiten hat sich die Gruppe „Amelandfans“ gebildet. Sie trifft sich in unterschiedlicher Zusammensetzung und hat in diesem Jahr an einigen Projekten teilgenommen, wie etwa an der Jugendolympiade des Landkreises, dem Kreiskindertag oder am Jugendkreuzweg, organisiert von der katholischen Jugendzentrale und dem BDKJ.
Neben dem Know-How von Frau Inge Lütz besitzen weitere Mitglieder des Teams der Ehrenamtlichen, pädagogische oder sonderpädagogische Ausbildungen.
Da alle Unternehmungen auch finanziert werden wollen, rührt Inge Lütz kräftig die Werbetrommel, um Sponsoren zu gewinnen. Dabei hilft es, dass sie in so vielen Bereichen tätig war und ist. „Ich habe ein gutes Netzwerk, es ist für karitative Arbeit Gold wert.“
Das zeigt sich auch bei der anstehenden Weihnachtsaktion. „Dabei sammele ich übers Jahr von Firmen und Privatpersonen Geschenke für die Kinder. Sie werden an einer Grundschule verpackt und gehen an die Tafel, wo sie an Kinder bedürftiger Familien verteilt werden. Letztes Jahr hatten wir über 100 solcher Tüten verschenkt.“
Ihre Motivation und die ihres Teams fasst Inge Lütz wie folgt zusammen. „Das Strahlen der Kinder ist nicht zu bezahlen, wenn sie bei den Freizeiten glücklich sind, frei zu sein und zu einer Gemeinschaft zu gehören. Wir schenken etwas und bekommen viel zurück.“

Die Freude über den Nardini-Preis ist groß. Das Preisgeld ist eine gute Unterstützung für die nächsten Aktionen und wird den teilnehmenden Jugendlichen Erleichterung im Alltag sein und Freude schenken.

Bericht Caritas-Homepage

Informationen zum Nardini-Preis
Der Caritasverband für die Diözese Speyer hat 2010 den Nardini-Preis zum ersten Mal vergeben. Der Preis würdigt das Engagement ehrenamtlich tätiger Gruppen, die in ihrer Pfarrgemeinde oder in Zusammenarbeit mit kirchlich-caritativen Einrichtungen neue Wege gehen, um Menschen in Not zu helfen. „Das Lebenswerk und Glaubenszeugnis des Seligen Paul Josef Nardini sind auch für Christen von heute Vorbild und Ansporn“, erklärt der Caritas-Vorsitzender Karl-Ludwig Hundemer. Ehrenamtlich tätige Gruppen sollen ermutigt werden, sich in der Caritasarbeit der Diözese Speyer zu engagieren, und dafür neue Impulse erhalten. Die Verleihung erfolgt beim jährlich stattfindenden Caritas-Tag der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Fest der Heiligen Elisabeth. Vorgeschlagen werden können ehrenamtlich tätige Gruppen.

Die Jury
Der Preisträger wird von einer Jury ausgewählt. Diese besteht aus Sr. Roswitha Schmid (Oberin der Mallersdorfer Schwestern im Nardinihaus Pirmasens), Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer (Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, DiCV), Hubert Mathes (Chefredakteur der Kirchenzeitung „Der Pilger“), Melanie Müller von Klingspor (Pressesprecherin des DiCV Speyer), Stefanie Horn-Wolniewicz (Referentin für Gemeindecaritas und Engagementförderung im DiCV Speyer) und Christine Stolle (Mitglied im Vorstand des Caritas Forum Ehrenamt).

Paul Josef Nardini (25. Juli 1821 – 27. Januar 1862)
Paul Josef Nardini wirkte Mitte des 19. Jahrhunderts als Priester im westpfälzischen Pirmasens. Um der Armut und der Not in der jungen Industriestadt zu begegnen, gründete er 1855 die Schwesterngemeinschaft der "Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie" (Mallersdorfer Schwestern). Die Ordensfrauen nahmen sich der verwahrlosten Kinder in seiner Pfarrei an und kümmerten sich um alte und kranke Menschen.
Paul Josef Nardini starb 1862 im Alter von nur 40 Jahren. Sein Lebenswerk und sein Glaubenszeugnis aber blieben unvergessen. Auch für Christen von heute sind sie Vorbild und Ansporn.
Im Jahr 2006 wurde Paul Josef Nardini selig gesprochen, anlässlich des Datums der Seligsprechung wird der jeweilige Preisträger stets am 22. Oktober bekannt gegeben.

Weitere Informationen im Internet unter Paul Josef Nardini

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