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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden, die zur Pfarrei Hl. Franz Xaver in Lauterecken gehören.

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Die Pfarrei Heiliger Franz Xaver Lauterecken

Aussendung der Pfarreivertreter durch Bischof Dr. Wiesemann am 28.11.2015

 

 

Hl. Franz Xaver, der Schutzpatron der Pfarrei

Hl Franz Xaver

Franz Xaver wurde am 7. April 1506 auf Schloss Xaver bei Sangüesa im damaligen Königreich Navarra (Ostspanien) geboren. Seine Kindheit fiel in eine Zeit großer historischer Umwälzungen, nämlich als der Übergang vom christlich geprägten Mittelalter zur revolutionären Neuzeit vollzogen wurde: Auswertung zahlreicher Erfindungen, wie die Buchdruckerkunst Gutenbergs (1445), sowie die Erschließung neuer Schifffahrtslinien nach fernen Ländern, eine Folge der Entdeckung Amerikas (durch Christoph Kolumbus 1492) und des Seeweges nach Indien (durch Vasco da Gama 1498). Hinzu kamen noch die sich andeutende Glaubens – und Kirchenspaltung (95 Thesen Martin Luthers 1517) und der sich anbahnende Übergang vom theozentrischen (Gott steht im Mittelpunkt) zum anthropozentrischen (der Mensch steht im Mittelpunkt) Denken.

In der Heimat Franz Xavers herrschten kriegerische Wirren. Vergeblich wehrte sich das selbständige Königreich Navarra gegen die Eroberung durch das Königreich Kastilien, dem späteren Spanien. Mit 19 Jahren verließ der Adelssohn das Stammschloss seiner Vorfahren und begann an der berühmten Universität in Paris zu studieren, um später mit einem Doktortitel für einen einflussreichen und gut dotierten Posten qualifiziert zu sein. Diese weltliche Gesinnung sollte sich jedoch bei einer Begegnung mit lgnatius von Loyola ändern, der zu ihm die mahnenden Worte sprach: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele Schaden leidet“. (Mt 16,26) Die Worte des Evangeliums nahm sich der Studiosus offenbar so zu Herzen, dass in ihm eine so große Liebe zu Jesus entbrannte (Franz Xaver wird ja auch manchmal mit einem flammenden Herzen dargestellt), dass er möglichst viele Seelen für Gottes Reich gewinnen wollte. 1534 legte Franz Xaver gemeinsam mit Ignatius von Loyola in der Märtyrerkapelle auf dem Montmartre das Gelübde der Armut und der Keuschheit ab. 1537 wurden beide in Venedig zum Priester geweiht, 1539 gründeten sie den Jesuitenorden, der 1540 päpstlich bestätigt wurde. Im Auftrag von Papst Paul III. und dem König von Portugal trat Franz Xaver 1541 als päpstlicher Legat die Missionsreise nach Indien (13 Monate per Schiff) an.

Ziel war die damals für das portugiesische Weltreich strategisch bedeutende Hafenstadt Goa. Hier an der Westküste Indiens gab es zwar schon eine stattliche Anzahl Christen, die aber meist wie die Heiden lebten. So bestand die Aufgabe darin, sowohl die sich auf dem Irrweg befindlichen Christen zum wahren Glauben zurück zu führen als auch neue Seelen zu gewinnen. Mit besonderer Hingabe widmete sich Franz Xaver den Armen. Weitere Missionsfelder waren der Südosten Indiens, wo der unermüdliche Glaubensbote allein in einem Monat mehr als 10 000 Fischer taufte, die Halbinsel Malakka und die Molukken-Inseln.

Als Franz Xaver von der Entdeckung Japans erfuhr, begab er sich 1549 auch dorthin. Seine Missionstätigkeit war hier ebenfalls erfolgreich, wobei er Angehörige aus allen Schichten des Volkes bekehren konnte. Der zielstrebige Missionar unternahm sogar einen höchst beschwerlichen und äußerst gefährlichen Fußmarsch zur damaligen Hauptstadt Japans (das heutige Kyoto), um beim Kaiser eine Audienz zu bekommen, die ihm allerdings nicht gewährt wurde. Insgesamt zwei Jahre verkündigte Franz Xaver die Frohbotschaft Jesu in Japan. Dann kehrte er wieder nach einer höchst gefahrvollen Überfahrt nach Goa zurück.

Hier war er inzwischen zum ersten Provinzial ernannt worden. Trotz seiner angegriffenen Gesundheit gönnte sich der große Jesuitenmissionar keine Ruhepause. Die Gewinnung neuer Seelen für Jesus war ihm wichtiger. Jetzt wollte er die Chinesen bekehren. Und wenn erst einmal das im Fernen Osten hoch angesehene (wegen seiner Kultur, Verwaltung und Technik) Kaiserreich China christianisiert wäre, dann würden sich auch sehr schnell alle Japaner von ihrem Aberglauben und Götzendienst abwenden und Christen werden. Dies dürften seine Gedanken gewesen sein. Jedoch der Mensch denkt und Gott lenkt. So verweigerten die Behörden dem Missionsapostel die Einreise nach China. Als Ausländer wurde ihm nur im Freihafen von Kanton, auf der Insel Sancian, Aufenthalt erlaubt. Tief enttäuscht – vor den Toren Chinas angelangt – und körperlich geschwächt von den unermesslichen Strapazen, erkrankte der Heilige schwer und Gott, der Allmächtige, Allwissende und Allgütige rief seinen getreuen Priester, der geradezu ein idealer Nachfolger Jesu war, am 3. Dezember 1552 zu sich in die Ewigkeit.

Franz Xaver einer der erfolgreichsten Missionare, wurde 1622 heilig gesprochen. Er ist der Patron Indiens und des ganzen Fernen Ostens sowie aller katholischen Missionen auf dem Erdkreis. Mission ist auch heute noch notwendig! Mit der Verkündigung des Rechts auf Religionsfreiheit im Zweiten Vatikanischen Konzil denken manche Christen eine Missionierung sei nicht mehr erforderlich. Hierzu ist zu sagen, dass durch diesen Beschluss keine neue Lehre eingeführt wurde, da ein Dogma oder ein gültiges Konzil nur das beschließen oder klarstellen kann, was bereits in der Heiligen Schrift steht oder in der Tradition der Kirche (mündliche Überlieferung) begründet ist. Ein Verzicht oder auch nur eine Vernachlässigung der Verkündigung der Frohbotschaft wäre ein schwerer Verstoß gegen den Missionsauftrag Jesu: „Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe (Mt 28,19–20). Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden (Mk 16,16).“ Der Beweggrund zur Mission ist die Liebe Gottes zu allen Menschen. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen (1 Tim 2,4).“

Der Missionsauftrag ergeht nicht nur an die Bischöfe und Priester, sondern auch an uns alle, da ja auch wir Glieder der von Jesus Christus gestifteten Kirche sind. Somit ist jeder Getaufte zum Apostolat aufgerufen und hat entsprechend seiner Ausbildung und Fähigkeiten seinen Beitrag zur Ausbreitung des Glaubens zu leisten, der auf vielfältige Weise geschehen kann, auch – und sogar vornehmlich – durch das Gebet.

 

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